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Gravitation
Zu den „Yule Balls“ von Iris Musolf


Gibt man die Begriffe „Familie“ und „Weihnachten“ zusammen bei Google ein, ist das erste Ergebnis das Angebot eines Psychotherapeuten. Während Weihnachten von den Familienlosen oft als Bedrohung empfunden wird, tappen andere in die Falle idealisierter Erwartungen. Denn die Familie bildet das Zentrum unseres emotionalen Kosmos, den Punkt, von dem alles ausgeht und an den alles zurückkehrt. Als gäbe es eine unsichtbare Verbindung, die uns nicht loslässt, eine Kraft ähnlich der Gravitation, wie die Physik sie beschreibt: Die Schwerkraft nimmt zwar mit der Entfernung ab, lässt sich aber nicht abschirmen und hat eine unendliche Reichweite. Man entkommt seiner Familie nicht – schon gar nicht an den Feiertagen.

Dieses Spannungsfeld findet seinen Ausdruck in den „Yule Balls“ der Künstlerin Iris Musolf. Ihr bevorzugter Werkstoff ist Beton, den Sie in verschiedenste Formen gießt: In aufblasbare Puppen mit eindeutiger Funktion oder wie im abgebildeten Fall in klassische Christbaumkugeln. Sie entfernt die Aufhängung, füllt das Glas mit dem zähflüssigen Werkstoff bis zum Rand und steckt die Aufhängung wieder ein. Nach dem Aushärten hüllt sie die Kugel in ein Tuch und schlägt mit einem Hammer behutsam das umgebende Glas ab, bis die unten meist glatte, oben poröse und rauhe Oberfläche des massiven Betons sichtbar wird. Das Leichte, das Zarte des fragilen Weihnachtsschmucks aus spiegelnd-farbigem Glas ist verschwunden und hat dem Schweren, dem Groben Platz gemacht, das uns nun in Form des grauen Steins gegenübertritt. Aus dem schillernden Symbol der Leichtigkeit, Freude und auch des oberflächlichen Konsums ist ein Objekt geworden, das nicht zufällig an Handgranaten erinnert und die Sprengkraft demonstriert, wie sie in weihnachtlichen Zusammenkünften besonders im Familienkreis entstehen kann.

Bei näherer Betrachtung des Objekts sieht man aber auch: Bei einigen der Objekte bleiben kleine Reste des hauchdünnen bunten Glases an der Aufhängung zurück. Sie bezeugen, dass das Leichte und das Schwere untrennbar miteinander verbunden sind. So wie man schwere Momente nur erträgt, wenn auch noch Hoffnung besteht und man die Leichtigkeit umso intensiver genießt, wenn man um ihre Flüchtigkeit weiß.

(Carsten Wolff)






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Yule Ball (Bomb), 2015
Foto: Wim Schafspelz
FINE GERMAN GALLERY


























Ausstellungsansicht "Die Blaue Klinge", 2014
Galerie Gilla Lörcher | Contemporary Art
Foto: Cordia Schlegelmilch






Bottom Drawer (Aussteuer), 2014
Acrystal, Lack, Stahl, Kunstleder
65x32x28 cm
Foto: Cordia Schlegelmilch




Ausstellungsansicht
Myoplastischer Tisch (Detail), 2014
Acrystal, Stahl, Plastazote, Aluminium,
Love Doll Bones (Gips)
170x61x Höhe variabel
Foto: Cordia Schlegelmilch



Myoplastischer Tisch (Detail), 2014
Acrystal, Stahl, Plastazote, Aluminium,
Love Doll Bones (Gips)
170x61x Höhe variabel
Foto: Cordia Schlegelmilch






































TravelTit
Objekt, 2010



In combining rubber gloves, parts of the doll and a zipper I want to create an object which is absurd and funny but brutal as well. The object does not repeat the stereotype of a doll in being neither man nor woman. On one hand it is just like a sexless thing, but on the other hand it offers sexual attributes in a formal way. I like the idea of a portable breast which resembles a beauty case you can carry in a handbag. Beauty cases are made to store cosmetics. A cosmetic offeres the possibility to cover or to hide a layer. The idea is to have people interact with the object.